Pulver unter den Brettern – Freeride Tirol

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Pulver unter den Brettern – Freeride Tirol

Freeriden liegt im Trend. Der Ritt auf Ski oder Snowboard nahe der Falllinie ist ein kreatives Spiel mit Gelände und Schnee. Tirols Skigebiete sind der beste Einstieg für das pulvrige Vergnügen: Powder-Freaks aus aller Welt pilgern schon seit Jahren nach St. Anton am Arlberg, das Skigebiet Fieberbrunn ist Teil der Freeride World Tour, am Stubaier Gletscher gibt es ein „Powder Department“ und in Hochfügen im Zillertal treffen sich Podwerfreaks beim Freeride Point „8er“. Zusätzlich tragen Tirols Skischulen und private Initiativen wie SAAC dazu bei, dass Freeridern der eigenverantwortliche Ritt abseits der Pisten wirklich Spaß macht und möglichst sicher bleibt.

Ein Sprung über die haushohe Schneewächte, federleichtes Eintauchen in den Steilhang, eine Explosion aus Pulverschnee – Freeriden in Tirol ist ein Abenteurer, mitten in unberührten, hochalpinen Bergwelten. Freeride-Profis wie Stefan Häusl tragen diesen Mythos vom Freeriden um die Welt. Tausende Skifahrer und Snowboarder folgen ihm und anderen Profis ins unverspurte Gelände. Die Bühne scheint in Tirol endlos und bietet täglich neue Facetten für den Tanz zwischen Schneewänden, Rinnen und Klippen. Allein in Stefans Wahlheimat St. Anton am Arlberg gibt es 200 Kilometer Variantenabfahrten im Tiefschnee.

 

Freeriden in Tirol

Freeriden in Tirol – Kurzer Ausflug ins Gelände

Könner ziehen ihre Lines

Als Fahren im Gelände begann der Skisport ursprünglich in den 1930er Jahren. Damals waren die Radien lang, Sprünge gehörten dazu. Die Wedel-Welle und moderne Präparierung holten die Skifahrer auf das Sportfeld Piste. Erst mit der modernen Ausrüstung der 1990er Jahre – breite, lange Skier, die gut auf lockerem Schnee „schwimmen“ – konnten Skifahrer die Schneeverhältnisse abseits der flach gewalzten Abfahrten gut bewältigen. Heute schwören viele Freerider auf Ski mit „Rocker“ (negative Vorspannung). Das Ziel bleibt dabei dasselbe – sie wollen möglichst mühelos durch den Tiefschnee schweben.

Kurzer Ausflug ins Gelände

Ein Nadelöhr im Schneewall des Pistenrandes, eine tiefe Spur hinaus in die breiten Schneefelder oberhalb der Waldgrenze – Freerider auf Skiern und Snowboards schlüpfen zu Hunderten durch das verlockende Nadelöhr in die Wildnis. Einige Schwünge durch die Wirrnis der Spuren, die schon gezogen sind, vielleicht eine weit ausholende Abfahrt über eine Rinne und auf einem quer verlaufenden Skiweg zurück zur Talstation – Variantenabfahrten gestatten die prickelnde Erfahrung, die eigene Spur in die Natur zu zeichnen. Varianten sind Geländebereiche in der Nähe der Aufstiegshilfen. Im Unterschied zu Pisten sind sie weder markiert noch nach Breite und Gefälle gelistet. Sie werden auch nicht kontrolliert oder vom Sicherheitsdienst der Bergbahnen überwacht. Variantenstrecken schützen also nicht vor alpinen Gefahren.

 

SAAC Tirol

Suche mit Lawinensuchgerät im SAAC für Freerider (c) Tirol Werbung

Rucksack und Kurs für Sicherheit

Jedem, der den gesicherten Skiraum verlässt, legt Experte Markus Kogler ans Herz: „Nehmt eine perfekte, zeitgemäße Notfallausrüstung mit!“ Dazu gehören eine Metallschaufel, ein Lawinenverschüttetensuchgerät und eine Lawinensonde, am besten ein Komplettpaket mit Lawinenairbag im Rucksack. Der leichte Begleiter auf den Schultern ist auch im Skiverleih erhältlich. Den richtigen Einsatz dieser Ausrüstung üben Skischulen in Freeride-Kursen oder „Safety-Camps“. Tief eintauchen in das Studium von Gelände, alpinen Fahrbedingungen und Sicherheitsmaßnahmen können auch Teilnehmer der SAAC-Camps (snow & alpine awareness camps). An zwei Tagen studieren sie unter dem wachen Auge von Ski- und Bergführern Verhaltensregeln. Der Einsatz von Suchgeräten und Sonde wird geübt, unter Zeitdruck ein schwieriges Unterfangen. Diese Übung kann lebensrettend sein.

27 SAAC-Camps finden von November 2013 bis April 2014 statt. Sie sind kostenlos und stehen jungen Leuten ab 15 Jahren offen, sofern sie über genügend fahrtechnisches Können für freies Gelände verfügen. Das Anmeldeportal (unter www.saac.at) ist seit 15. Oktober 2013 geöffnet.

Skigebiete als Start in die Freiheit

Tirols Bergbahnen stellen vor allem jenen, die nicht in der Profi-Liga mitspielen, viele Hilfen für das Vergnügen im freien Gelände bereit. Auf der Freeride Map des Powder Departements Stubai sind elf Runs im freien Skiraum vermerkt. GPS-Tracks stehen zum Download bereit. Staatlich geprüfte Freeride-Guides stellen in Videos die Runs vor. In Hochfügen im Zillertal treffen sich Fans beim Freeride Point „8er“. Er ist Meldestelle und Infostelle für Wetterbericht und Lawinenlage, Interessierte leihen sich dort Ausrüstung aus oder melden sich für einen Freeride-Schnupperkurs an. In Kitzbühel locken kurze Anstiege und lange Tiefschneeabfahrten in die Täler abseits der Lifte. Elf Skirouten führen insgesamt 32 Kilometer durch den Powder. Im Skigebiet Fieberbrunn übertrifft die Zahl der Variantenstrecken jene der Pistenlänge. Diese endlose Spielwiese für Powder-Fans ist daher jährlich Station für die Freeride World Tour (www.freerideworldtour.com). Am 1. Februar 2014 ist es wieder soweit: Die weltbesten Freerider starten beim Big Mountain auf der Suche nach der perfekten Line wieder vom Gipfel des Fieberbrunner Hausbergs, dem Wildseeloder.  Auch Newcomer und Kids nützen die Vielfalt der Topografie auf den Sonnenhängen nahe der Hochhörndl- oder Reckmoosbahn. Den Spuren der Profis folgt man am besten mit Guides – sie kennen das Gelände wie ihre Anoraktasche.

Ticket to Ride

Kein noch so kühner Schwung führt an exzellenter Vorbereitung vorbei.  Powder-Freaks studieren Geländekarten, Wetterbericht und die Lawinentipps vor Ort. Ein Notfall App der Bergrettung Tirol kann wertvolle Sekunden sparen (www.tirol.at/notfallapp). Bei Kursen erlernen Anfänger die Achtsamkeit im alpinen Gelände. So wie jene Burschen und Mädchen, die in den Umkleideräumen der Skischule Arlberg gebannt den Worten ihres Guides folgen. Die Verhaltensregeln checkt er streng, auch die Ausrüstung. „Die Kids sind zehn Jahre, aber extrem gute Skifahrer“, bestätigt der staatlich geprüfte Skilehrer und ergänzt: „Sie sind ganz heiß aufs Freeriden und wollen natürlich ihrem Idol Stefan Häusl hinterher.“ Das LVS-Gerät wird aktiviert, beim Passieren des Talstation-Checkpoints blinkt die Warnlampe. Bald wird den Schülern das richtige Gefühl für Geländeformen, Steilheit und die Wahl der sichersten Line ins Blut übergehen, denn Freeriden mit Köpfchen ist für sie der Himmel auf zwei Brettern.

Video Freeride Tirol

 Bilder vom Freeride Tirol

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Freeriden ist der Inbegriff von Freiheit beim Skifahren und Snowboarden. Man zieht seine eigene Spur in den teils unberührten Tiefschneehängen und genießt das einzigartige, pulvrige Vergnügen in den Skigebieten und den Bergen Tirols. Freeride Tirol heißt in zahlreichen Kursen und Camps können nicht nur an Ihrer Powder-Technik feilen sondern auch Wissenswertes über alpine Gefahren, die richtige Einschätzung der Schneelage und Ausrüstung zu erlenen.

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