Der Gletscher Pitztal – Vision mit Weitblick

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Pitztaler Gletscher mit Weitblick

Tirols höchster Gletscher investiert in die Zukunft

Breite Naturschneepisten von Oktober bis Mai, dafür sind Gletscherschigebiete bekannt. Gerade in schneearmen Saisonen findet der Wintersportler dort jene Bedingungen, die man auch von Postkartenmotiven und Werbeprospekten kennt. Viel moderne Technik steckt allerdings hinter den Fassaden der Bergbahngebäude, um dieses Erlebnis bieten zu können. Am Pitztaler Gletscher denkt man dabei meist einen Schritt voraus, um eine ideale Verbindung von Natur und Technik zu gewährleisten. Der nächste Schritt: Sonnen-Energie!

Visionäres Handeln seit 30 Jahren

Vor drei Jahrzehnten haben die Gesellschafter der Pitztaler Gletscherbahnen die Herausforderung angenommen und mit einer Stollenbahn die Erschließung der Gletscherwelt am Hinteren Brunnenkogel und am Mittelbergferner in Angriff genommen. Nur wenige Experten gaben dem Projekt eine Chance. Für die Entwicklung des Pitztales war es aber ein wesentlicher Faktor und die Funktion als Zugpferdes der Region besteht bis heute. Dies zeigte sich etwa beim Bau der Wildspitzbahn im Jahr 2012. Innovative Technik gepaart mit moderner Architektur und Komfort für die Benützer gehen dabei Hand in Hand. Eine 8-er Gondel ohne Gedränge beim Ein- oder Ausstieg, denn man muss die Schi nicht in der Halterung an der Außenseite der Gondel mühsam „einfädeln. Hier steigt man einfach in die Bahn und steckt die Schi bequem in die Vorrichtung im Boden. Am Ziel dieser stressfreien Gondelfahrt erwartet Sie das „Café 3.440“: Preisgekrönte Architektur, die gefühlvoll in die Landschaft integriert wurde. Mit der visionären Formgebung wurde eine wunderschöne Bauskulptur unter schwierigsten äußeren Bedingungen geschaffen. Unter naturgegebenem Zeitdruck und unberechenbaren Witterungsschwankungen entstand Österreichs höchste Seilbahnstation mit dem integrierten Café 3.440: Kaffeehauskultur auf höchster Ebene!

Bergstation Rifflseebahn

Bergstation Rifflseebahn und Sunna Alm
© Pitztaler Gletscherbahn – Daniel Zangerl

Snowmaker, Schneemanagement und Passivhäuser

Gletscherregionen sind nach wie vor die Regionen des ewigen Eises und bedürfen nur wenig Unterstützung durch technische Schneeproduktion. Mit dem Rückgang der Gletscher gestaltete sich die Pistenpräparierung allerdings schwieriger vor allem zum Start in den Gletscherherbst schwieriger. Mit der Entwicklung von Schneekanonen konnte hier natürlich nachgeholfen werden. Doch herkömmliche Geräte benötigen dazu Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Eine Tatsache, die selbst auf 3.000m Seehöhe Anfang September nicht selbstverständlich ist. Daher ging die Pitztaler Gletscherbahn auf die Suche nach alternativen Methoden zur Schneeerzeugung und wurde in Israel fündig. Dort entwickelte Anlagen, die Schnee und Eis für die Kühlung von Bohrmaschinen produzieren. Dabei wird – sehr vereinfacht ausgedrückt – mittels Unterdruck dem Wasser Energie entzogen. Somit wandelt sich der Aggregatzustand vom flüssigen in den festen, was beim Wasser bedeutet, dass Schnee und Eis entstehen. Während in Südafrikas Diamantenminen diese Kristalle die Bohrköpfe kühlen, transportiert man im Pitztal den Schnee über ein Förderband direkt auf die Piste.

Verantwortlicher und intelligenter Umgang mit der Ressource Schnee

Die künstliche Produktion von Schnee stellt nur einen kleinen Teil der Aufwendungen dar, um die Pisten auch trotz Rückgang der Gletscher in optimalem Zustand zu halten. Mit einem ausgeklügelten Schneemanagement versucht man am Pitztaler Gletscher den Schnee dort zu halten, wo man ihn benötigt, nämlich auf dem Gletscher selbst. So werden etwa je nach Wetterlagen und geographischer Ausrichtung des Hanges Schneewälle aufgeschoben, um die Windverfrachtung einzudämmen. Ein solcher Wall bildet dann, ähnlich einem Bergkamm, ein Hindernis, an dessen Rückseite der Wind Schnee ablagert. So wie während der Niederschlagsperiode versucht, wird die Schneeflocken am Gletscher zu halten, so probiert man dies auch in den Sommermonaten, indem große Schneedepots angelegt werden. Mit einer Folie abgedeckt, kann so der Schnee vom letzten Winter zu Beginn der darauffolgenden Schisaison wieder zur Pistenpräparierung verwendet werden. Damit bleibt der Schnee dort, wo er für den Gletscher wichtig ist – in der Nährzone. Gletscherschigebiete tragen daher nicht zum Rückgang der Eismassen bei, sondern versuchen schon aus Eigeninteresse, genau das Gegenteil zu erzielen.

Energie spielt nicht nur bei der Produktion von Schnee mit dem israelischen Snowmaker eine Rolle. Für Bergbahnbetreiber stellt sie den wichtigsten Rohstoff dar, um die Anlagen in Bewegung zu halten. Bereits beim Bau der Rifflseebahn nahm man auch darauf Rücksicht, um möglichst energieeffizient zu agieren. Die Bergstation mit dem Restaurant Sunna Alm wurde daher als Passivhaus errichtet. Die großen Glasfronten dienen nicht nur, um die herrliche Aussicht auf die faszinierende Berglandschaft zu genießen, sondern lassen auch die Sonnenstrahlen ihren Beitrag zur Erwärmung der Gasträume beitragen. Eine entsprechende Belüftung gekoppelt mit Erdwärme tragen zu wohliger Atmosphäre bei, auch wenn einmal der Schneesturm noch so stark um die Sunna Alm pfeift.

Der nächste Schritt: Europas höchste Photovoltaikanlage

3.504 Module mit einer Gesamtfläche von über 400m² auf Drahtseilen gespannt sollen in der Endausbauphase dieser Anlage rund 1.450.000 kWh/Jahr liefern. Den Vorteil einer solchen Anlage findet man vor allem auch in ihrer Lage. „Auf einer Seehöhe von 2.900 Metern sind wir europaweit ganz oben. Dementsprechend hoch fällt der Nutzungsgrad unserer Anlage aus. Aufgrund der extremen Höhe ist die Stromgewinnung um 40 Prozent höher als im Tal. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Betriebszeit im Schigebiet genau mit den Ertragszeiten der Anlage decken. Der Gletscher ist für eine Photovoltaikanlage geradezu prädestiniert“, erklärt Dr. Hans Rubatscher, geschäftsführender Gesellschafter der Pitztaler Gletscherbahnen. Ergänzt muss hier noch werden, dass der meiste Energieverlust auf den Transportwegen erfolgt. Ein weiterer Grund für effizientes Energiemanagement, die Energieerzeugung möglichst in Nähe des Verbrauchers zu realisieren.
Mit diesem rund 2,5 Millionen Euro teuren Projekt verfolgt man zusätzlich noch das Ziel, einen Beitrag für nachhaltige Wirtschaft zu leisten. „Mit dem Bau einer Photovoltaikanlage am Pitztaler Gletscher setzen wir ein deutliches Zeichen für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Alpenraum. Als einer der größten Arbeitgeber in der Region, wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und einen neuen und vor allem ökologischen Weg im Wintertourismus einschlagen“, so Seilbahnchef Hans Rubatscher.

Auch die Landesumweltanwaltschaft steht dem Projekt am Pitztaler Gletscher sehr positiv gegenüber und beurteilte das Vorhaben in einer ersten Stellungnahme als „lobenswertes Vorzeigeprojekt“ zumal die Eingriffe in die Natur marginal ausfallen und der Strom unmittelbar am Ort gewonnen wird, ohne das Landschaftsbild zu verändern. Der eingesparte Co2 Ausstoß liegt bei 510.000 kg pro Jahr.

Mit der Photovoltaik-Anlage am Pitztaler Gletscher geht man nicht nur den Weg eines nachhaltigen Tourismus, dem die Schönheit der Bergwelt als Kapital durchaus bewusst ist, sondern bleibt auch seiner Vorreiterrolle, innovative Maßnahmen zu setzen, treu. Dass moderne Technik auch Ästhetik ausstrahlen kann und sich zusätzlich noch in die natürliche Landschaft integriert, dafür steht ebenfalls im Pitztal ein herausragendes Beispiel: Österreichs höchstes Kaffeehaus, das „Café 3.440“!

Nach der Errichtung des Passivhauses „Sunna Alm“ beschreitet die Pitztaler Gletscherbahn mit ihrem neuesten Projekt einer Photovoltaikanlage auf 2.900 m Seehöhe wieder innovative und gleichzeitig auch umweltschonende Pfade: 3.504 Module mit einer Gesamtfläche von über 7000m² auf Drahtseilen gespannt sollen in der Endausbauphase dieser Anlage rund 1.450.000 kWh/Jahr liefern. Schon beim Bau der Wildspitzbahn mit Österreichs höchstem Kaffeehaus, dem „Café 3.440“, wurden zukunftsweisende Technik in futuristischem Design behutsam in der Pitztaler Bergwelt platziert.

Video Gletscher Pitztal

Bilder Gletscher Pitztal

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Gletscher Pitztal - der Pitztaler Gletscher ist ein Erlebnis für sich. Nicht nur der lange Winter, welcher Schneesicherheit garantiert, sondern auch die gesamte Atmosphäre des Skigebiets machen den Gletscher zum Pflichtprogramm für Ski- und Snowboardfahrer. Pistenfreunde, Freerider und Parkrider finden hier ihr Paradies. Carven auf perfekt präparierten Gletscherhängen, Powdern im Pulverschnee und Stylen auf den Kickern und Rails der Funparks…

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