Die Mieminger Berge – zwischen Wetterstein und Inntal

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Die Mieminger Berge –  die Coburger Hütte, Seeben- und Drachensee im Westen und die Hohe Munde im Osten

Die Geschichte der Mieminger Berge

Über dem oberen lnntal erhebt sich der wahrscheinlich prägnanteste Gipfel der Mieminger Berge in Tirol, die Hohe Munde. Der kettenartig aufgefädelte Bergzug der „Mieminger Berge“ nimmt im Osten mit dem 2.662 Meter hoher Berg am Ostende der Mieminger Kette in Tirol seinen Ausgang. Die Hohe Munde besteht aus dem 2.662 Meter hohen Westgipfel und dem 2.592 Meter hohen Ostgipfel, auch Mundekopf genannt, und zieht mit einer durchschnittlichen Gipfelhöhe von über 2.650 Meter nahezu 20 Kilometer gegen Westen. Von Süden gesehen zeigt die Mieminger Kette ein geschlossenes Bild, in dem die, teilweise wild zerborstenen, hellgrauen Felswände die Senkrechte gestalten. Unterhalb, in der Waagrechten, lagern beruhigend wirkende, grüne Wälder. Hier, in Richtung zur Sonne, zeigt sich die Kette in ihrer zweidimensionalen Wirkung als nahezu kulissenhafte Staffage, bestimmt durch die Begrenzungslinien der wild zerrissenen und ungestümen Felsflanken. Nur niedere, unbedeutende Seitenkämme ziehen aus dieser prallen Wucht heraus, ordnen sich unter, sind dabei bis in die Gipfelregion bewaldet und entziehen ansatzweise vorhandene, kleine Schotterkare dem Betrachter.

Konträr dagegen das Bild an der Schattenseite der Mieminger Berge. Im nordwestlichen Bereich lösen sich Seitenkämme aus der Kette, deren Gipfelhöhen im Vergleich zu den Hauptbergen um über 400 Höhenmeter tiefer gelegen sind und über die sich ausgedehnte Schuttkare gebildet haben. Das Erscheinungsbild der Nordseite ist deutlich unübersichtlicher als das der Südseite. Unabhängig von dieser ernsten und kahlen, trotzdem so unterschiedlich wirkenden Felslandschaft des Hauptzuges ziehen noch zwei weitere Bergzüge gegen Westen. Einmal der hufeisenfömige Stock des Wannig, welcher von der Hauptkette durch das 1.789 Meter hohe Marienbergjoch getrennt, gegen Westen zum Fernpaß streicht. Die Innenseite dieses Hufeisens zeigt sich als überdimensionaler Schotterkessel, die Ummantelung dagegen, grün und bewaldet, weist jene Plätze auf, welche durch ihren Blumenreichtum auch an äußerst seltenen Exemplaren. Zum zweiten handelt es sich um jenen Kamm, welcher ohne eigentliche Verbindung zur Hauptkette, diese bereits aus der Gegend von Telfs begleitend, aber sich erst südlich von Obsteig markant aufschwingend, gegen Westen zieht und im 2.370 Meter hohen Tschirgant seinen Höhepunkt findet. Zwischen den schwer begehbaren Abstürzen dieses letztgenannten Kamms hinunter zum Inn und den abrupt im Norden aufsteigenden hohen Gipfeln breitet sich die namensgebende, wellig daliegende Plateaufläche (Mieminger Plateau) aus.

Das Mieminger Plateau

Das Mieminger Plateau – Die Hochfläche ist etwa 14 Kilometer lang und bis zu 4 Kilometer breit

Sport in der Region Mieminger Berge

Im weiten Kreis wird die wenig Höhenunterschied aufweisende Ebene mit dem gut markierten Sonnenplateau-Rundwanderweg erschlossen. Abweichend vom genannten Weg empfiehlt sich auch der Besuch der Kuppe des Wallfahrtsortes von Locherboden. Neben der besinnlichen Einkehr in der Kirche bietet sich auch ein eindrucksvoller, informativer Blick zu den hohen, alpinen Zielen der „Mieminger Berge“. Von hier leitet ein interessanter Weg zirka 180 Höhenmeter hinunter zum Inn und ermöglicht das Überschreiten mittels einer wackelig, eindrucksvollen Hängebrückenkonstruktion, womit ein Besuch des Stiftes Stams als kulturellem Höhepunkt der Region nicht mehr aufzuhalten ist. Eindrucksvoll ist auch die Wanderung vom östlichen Umkehrpunkt des Rundwanderweges gegen Telfs hinunter, vorbei am einsam gelegenen Gasthaus „Gerhardhof“ mit einem prachtvollen Blick auf den Karkopf. Der Weg windet sich durch das reizvolle Nebeneinander zwischen blumenreichen Wiesen und ursprünglichen Wäldern. Von Telfs leitet ein Aufstieg durch das Kochental hinauf, auf die, über 600 Höhenmeter höherliegende Hochebene zwischen Leutasch und Seefeld. Auf dieser Hochfläche finden sich Seen, welche nur periodisch zu Tage treten, ständig als erfrischendes Nass dagegen ist der Möserer See zu entdecken. Vor dem Aufstieg zu diesem kann dabei der berühmte Blick hinunter ins Inntal und zum Mieminger Plateau genossen werden. Nassereith bildet die westliche Grenze der Gruppe.

Ohne Farbkleckse, doch in Zivilisationsnähe markant für die Mieminger Kette ist die überraschende und höchst beeindruckend wirkende Talüberhöhung der Hauptkette von bis zu 2000 Höhenmeter. Meistens erscheint dieses Aufstreben während einer Fahrt über die Inntalautobahn und weist dabei, unbemerkt und unbeachtet, auf die leichte Erreichbarkeit der Gruppe hin. Der Gipfelpunkt der Hohen Munde liegt nur zirka vier Kilometer Luftlinie von der Autobahn entfernt!

Wer die Hochplattig erwandern will, der nimmt als Ausgangspunkt den östlichen Ortsrand von Obermieming, von wo der Weg anfänglich durch Felder und gleich darauf hinein in lichten Föhrenwald zieht, an der Wipfellinie tauchen die Südostabstürze der Schoßköpfe auf und weisen die Richtung. Kurz vor der Stöttlbrücke steilt sich der Weg auf, um nach Ende der Forststraße in einen serpentinenreichen Steig überzugehen. Im Rücken steht nun die Südostwand des Östlichen Schoßkopfes, bei den Einheimischen bildhafter als „Geierwand“ bezeichnet. Spätestens der Tiefblick vom höchsten Punkt am Henneberg verlangt die Entscheidung: Genuss des Tiefblickes oder harsches Anpacken der restlichen 800 Höhenmeter. Dieses Weitersteigen bedeutet auch ein Übertreten in die hochalpine Zone, markiert durch den Farbwechsel, hier noch grün, wenige Meter weiter bereits grau und nackter Fels. Die Querung hinüber über das namensgebende Plattig zum Ostgipfel mündet im letzten Teil in den Anstieg ein, welcher von Osten, aus dem Alpl herauf anspruchsvoller als unser Weg – zum Gipfelpunkt leitet.

Neben der Ersteigung des Hochplattig und der Hochwand, reizt von hier aus eine Ersteigung des Karkopfes. Dieser Anstieg ist leichter als die beiden vorgenannten und, auch im Gegensatz zu diesen, von der Hütte bis zum Gipfel durchgehend markiert. Zudem leiten durch die Karkopf-Südwand zwei schöne Klettertouren. Beim Aufstieg zum Karkopf steht immer die Hohe Munde im Blickfeld und stellt ein Ziel dar, welches ebenfalls aus dem Alpl angegangen werden kann. Wiederum wie eigentlich fast immer in den Mierningern Bergen hat man dabei das Tagesziel ständig vor Augen. In diesem Fall fällt der Blick immer wieder auf den gleichmäßig ansteigenden Westgrat der Hohen Munde.

Sport in den Mieminger Bergen heißt im Sommer Wandern! Mehr als 100 Kilometer Wege schlängeln sich hier durch Wälder, Felder und Wiesen. Immer im Blick hat man dabei die Lärchen – Europas Baum des Jahres 2012. Das einzige Nadelgehölz, das im Herbst seine Nadeln abwirft, verwandelt ganze Berghänge in einen golden leuchtenden Vorboten des Winters. Apropos Berg: Gipfelhungrige brechen vom Mieminger Plateau aus zur Wankspitze und zum Zwischensimmering, auch die Alplhütte oder das Straßberghaus sind lohnende Ziele.

Hochwand Mieminger Berge

Die Hochwand in den Mieminger Bergen

Sehenswürdigkeiten der Mieminger Berge

Inmitten der imposanten Gebirgslandschaft der Mieminger Berge liegt das Freizeit- und Outdoordorado der Bergbahnen Lermoos-Biberwier. Die Hauptattraktionen sind in Grubigstein in Lermoos sowie der Marienberg in Biberwier. Ob Wandern, Klettern, Sommerrodeln, Mountainbiking oder doch lieber per Paraglider oder Tandemflug ins Tal, die grandiose Bergwelt von Lermoos und Biberwier liefert die Kulisse, die Bergbahnen Lermoos-Biberwier die passende Infrastruktur.

Lermoos ist der Tummelplatz für Free Rider und Paraglider. Neben unzähligen Mountainbike-Strecken entstand eine weitere ausgefeilte Downhill-Slope in der Kategorie mittelschwer bis anspruchsvoll die keine Wünsche offen lässt. Für Paraglider gibt es zudem eine eigene Informationsbroschüre mit Insidertipps und Hinweisen zu Start- und Landeplätzen, sowie Tandemflüge für Abenteuerlustige. Und für das leibliche Wohl sorgen urige Hütten und gemütliche Berggastronomie.

Am Marienberg befindet sich auch eine interessante und abwechslungsreiche Sommerrodelbahn, auf der man 1.300 Meter Strecke, 165 Höhenmeter und 40 spektakuläre Kurven überwindet. Startpunkt ist der Sechser-Sessel Marienbergbahn. Der Marienberg bietet überdies optimales Terrain um Funsportgeräte auszutesten. Verleih von Monsterroller & Co. gibt es im Sportshop in der Talstation. Auch am Marienberg sorgen gepflegte Gastronomie und typisch tirolerische Hütten für Gemütlichkeit und kulinarische Genüsse.

Die 10 höchsten Gipfel der Mieminger Berge

  • Hochplattig , Hauptgipfel, 2768 Meter
  • Hochplattig, Westeck, 2749 Meter
  • Östliche Griesspitzen, 2747 Meter
  • Westliche Griesspitzen, 2741 Meter
  • Hochwand, Nordostgipfel, 2721 Meter
  • Hochwand, Südwestgipfel, 2715 Meter
  • Östliche Mitterspitze, 2705 Meter
  • Hochplattig, Signalgipfel, 2698 Meter
  • Westliche Mitterspitze, 2693 Meter
  • Mittlere Mitterspitze, 2686 Meter

Video Mieminger Berge

Bilder Mieminger Berge

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Das Mieminger Gebirge (Mieminger Berge) ist eine Gebirgsgruppe der nördlichen Kalkalpen in den Ostalpen und befindet sich im schönen Tirol. Im wenig erschlossenen Mittelteil der Kette geht es ziemlich ruhig zu, während das Gebiet um die Coburger Hütte und den Drachensee im Westen sowie rund um die Hohe Munde im Osten wesentlich belebter ist. Die Hohe Munde ist übrigens ein beliebtes und auch anspruchsvolles Skitourenziel.

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