Wanderurlaub Tirol – Kulturschätze in Tirols Bergwelt erwandern

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Kulturschätze in Tirols Bergwelt erwandern

Ein Denkmal sagt immer: „Denk mal dran, wie sich das Leben in alten Zeiten hier abgespielt hat!“ Auf Tirols Kulturwanderwegen wird Vergangenheit lebendig –Wanderer erwarten dort einige überraschende Kulturschätze. Sie bieten die Gelegenheit, Kultur- mit Naturgenuss zu verbinden.

Auf den Tiroler Wanderrouten liegen oftmals Steine im Weg: kleine, unscheinbare, die unter den Bergschuhen knirschen und die man nicht speziell wahrnimmt, weil sie zum Gebirgsgelände gehören. Oder größere Steine, die sich auf Wanderwegen zu natürlichen Treppen formen und beim Auf- und Abstieg helfen. Manchmal müssen Felsvorsprünge umgangen oder Steinplatten erklommen werden. Oft kommt man aber auch an großen, historisch wertvollen Steinen vorbei. Daraus setzen sich zum Beispiel Burgen und Schlösser oder andere Denkmäler der bewegten Geschichte Tirols zusammen, die spannende Details aus der Vergangenheit zum Leben erwecken.

Dreiländergrenzstein und Via Claudia Augusta – Wanderurlaub Tirol

Ein ganz besonderer Stein liegt im Südwesten des Gemeindegebietes von Nauders mitten in einem herrlichen Wandergebiet auf 2.179 Meter Seehöhe am Weg: Beim „Dreiländergrenzstein“ treffen die Grenzen von Österreich, der Schweiz und Italien zusammen. Ein Grenzgebiet ist immer auch kulturell sehr interessant und so findet man in dieser Region an der alten Römerstraße „Via Claudia Augusta“ etliche Sehenswürdigkeiten. Stattliche Burgen und Wehranlagen bereichern die Gegend und können auf idyllischen Spazier-und Wanderwegen besichtigt werden.

Dort, wo die alte Römerstraße vom Reschenpass in Richtung Pfunds-Landeck den Inn erreicht, liegt beispielsweise die ehemalige Gerichts- und Zollstätte Alt-Finstermünz. Der mitten im Fluss stehende Wehrturm mit den beidseitigen Holzbrücken, die kleine Kapelle und das alte Zollhaus mit der Grenzbefestigung „Sigismundseck“ aus dem 15. Jahrhundert, das wie an den steilen Felsen geklebt aussieht, sind sehenswerte Zeugnisse vergangener Zeiten.

Berliner Hütte im Zillertal

Wanderurlaub Tirol – die Berliner Hütte im Zillertal (c) Berliner Hütte

Schlösser, Burgen und Schutzhütten

Es müssen jedoch nicht immer Burgen, Schlösser und alte Festungen beim Wanderurlaub Tirol sein, die lebensnah von alten Zeiten erzählen – auch manche Schutzhütten stellen historisch bemerkenswerte Denkmäler dar, obwohl man hier meistens nur einkehren und sich von einem vielleicht etwas anstrengenden Aufstieg ausruhen möchte. Hat man sich erst einmal gestärkt, lohnt sich ein genauerer Blick auf das Ambiente, wie beispielsweise in der Berliner Hütte. Die denkmalgeschützte Alpenvereinshütte liegt am gleichnamigen Berliner Höhenweg auf der Schwarzensteinalm im Oberen Zemmgrund (2.042 Meter Seehöhe). Sie gehört zu Mayrhofen/Ginzling und ist sowohl die älteste als auch die bekannteste Schutzhütte in den Zillertaler Alpen.

Das ursprüngliche Gebäude wurde 1879 von der Sektion Berlin des „Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins“ (DOeAV) erbaut. Dass sie nicht nur Schutzfunktion besitzt, sondern als Baudenkmal gilt und deshalb auch selbst unter Schutz steht, hat die Berliner Hütte dem deutschen Kaiserreich zu verdanken, das sich auch im Hochgebirge inmitten mehrerer Dreitausendergipfel eindrucksvoll präsentieren wollte. Im Laufe der Zeit wurde sie ausgebaut und bietet mittlerweile im Sommer 180 Übernachtungsplätze (Matratzenlager und Zimmer). Gut ausgeruht sollte man unbedingt noch hinaufsteigen zum etwas über eine Stunde Gehzeit entfernten und idyllisch gelegenen Schwarzsee. Dort wartet ein schöner Ausblick auf die umliegende mächtige Bergwelt.

Erkenntnisse am Archäologischen Rundwanderweg

Noch weiter zurück in die Vergangenheit führt der „Archäologische Rundwanderweg“ von Obergurgl im Ötztal. Wo Forscher und Archäologen zugange sind, können auch Wanderer tiefschürfende Erkenntnisse gewinnen, zum Beispiel über die Besiedlungsgeschichte der Region. Die Informationen werden stilgerecht auf dreisprachigen Kupferstelen präsentiert. Von Station zu Station bleibt zum Glück genügend Gelegenheit, die Gegend zu bestaunen, denn der Weg führt durch den Naturpark Ötztal und dabei auch mitten hinein ins Naturdenkmal „Obergurgler Zirbenwald“.

Wo sich die urzeitlichen Ötzis über Gebirgspfade und Pässe mühten, braucht es auch heute noch Ausdauer, denn die gesamte Wegstrecke nimmt 6 bis 7 Stunden Gehzeit in Anspruch und überwindet 550 Höhenmeter. Mit guter, wetterfester Bergausrüstung und gewissenhafter Routenplanung lässt sich die Tour aber auch mit mittlerer Kondition gut bewältigen (beste Jahreszeit: Juni bis September). Verschiedene Einkehrmöglichkeiten stehen zwar zur Verfügung, dennoch empfiehlt es sich, genügend Verpflegung und Trinkvorrat mitnehmen.

Himmelwärts auf dem Kapellenweg

Nicht in hochalpine Regionen zum Thema Wanderurlaub Tirol, aber eindeutig himmelwärts geht es auf dem „10 Kapellenweg“ von Schwaz. Der familienfreundliche, sechs Kilometer lange Rundwanderweg ist in zwei Stunden Gehzeit zu schaffen und überwindet 270 Höhenmeter. Start und Ziel zugleich ist das Silberbergwerk Schwaz. Dort führt ein unterirdischer Stollen in die Vergangenheit der alten Silberstadt. Dass der Kapellenweg hier beginnt und endet, ist kein Zufall. Die Kapellen stammen aus der Blütezeit des Bergbaus und die tiefgläubigen Knappen haben hier oft gebetet, weil sie bei ihrer Arbeit großen Gefahren ausgesetzt waren. Der Kappellenweg kann (winters bei gut geräumten Wegen) das ganze Jahr begangen werden, an sonnenreichen Sommertagen sind die schattigen Teilabschnitte durch das Waldgebiet besonders angenehm.

Kirchen und Kapellen mit heiligen Quellen

Eine Kapelle mit eigener Quelle war lange Zeit das Wallfahrtskirchlein St. Magdalena zwischen Trins und Gschnitz im Gschnitztal (ein Seitental des Wipptales), an einem wunderschönen Aussichtspunkt auf 1600 Metern gelegen. Inzwischen ist die Quelle versiegt bzw. wurde still gelegt, um die wertvollen romanischen Fresken mit biblischen Darstellungen in der Kapelle nicht zu gefährden. Sie stammen vermutlich aus der Zeit um 1200 und zählen damit zu den ältesten Wandmalereien auf Nordtiroler Boden. Früher war hier eine Einsiedelei, jetzt halten Wanderer in St. Magdalena Einkehr – zuerst im kleinen Gotteshaus, dann im daran anschließenden Gasthaus.

Von Gschnitz aus ist St. Magdalena in etwa eineinhalb Stunden Gehzeit zu erreichen. Geöffnet und bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Oktober täglich von 9 -19 Uhr. Übernachtungen von bis zu 10 Personen sind gegen Voranmeldung möglich.

Im Wallfahrtsort Maria Waldrast am Fuße der Serles auf über 1600 Meter sprudelt die heilige Quelle noch und bringt mit jedem Schluck Wohlbefinden und Inspiration. Zumindest spricht man dem Wasser heilende Wirkung zu. Auf ganz weltliche Weise mit guten Schmankerln stärken kann man sich im Klostergasthof. Das Kloster gehört dem Servitenorden, die ruhige, andachtsvolle Atmosphäre macht den herrlich gelegenen Ort zu einer Oase der Besinnung, die auf vielen Wanderwegen, aber auch auf einer guten Bergstraße mit dem Auto (Brenner-Autobahn Ausfahrt Matrei) erreicht werden kann. Das Haus mit schönen Gemeinschaftsräumen, 21 Zimmern und 45 Betten ist bestens geeignet für Familienurlaube, Seminare und Gruppenprojekte.

Video Wanderurlaub Tirol

Bilder Wanderurlaub Tirol

 

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